safer city Presseerklärung zu Übergriffsvorwürfen gegen die ISO-Security der Düsseldorfer Rheinbahn vom 8. März 2000


Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer PolizistInnen (Hamburger Signal) e.V.

und

SAFERCITY (www.safercity.de)

 

Kassel, 24.03.2000

Presseerklärung zu Übergriffsvorwürfen gegen die ISO-Security der Düsseldorfer Rheinbahn vom 8. März 2000

Wieder einmal steht der Sicherheitsdienst eines Verkehrsbetriebes in Verdacht, mehrfach Fahrgäste und/oder randständige Menschen misshandelt zu haben. Waren es früher nur die „schwarzen Sheriffs“ vom zentralen Sicherheitsdienst (ZSD) in München, die in der ersten Hälfte der 80er Jahre für Schlagzeilen sorgten, wurden 1999 Vorwürfe gegen Sicherheitskräfte der Verkehrsbetriebe in Berlin, Frankfurt und Hamburg erhoben.

Im Oktober 1999 lösste die Misshandlung eines Mannes durch Sicherheitskräfte der Hamburger S-Bahn eine Welle der Empörung aus. Nach anfänglichem Dementieren der Übergriffsvorwürfe durch die Firmenführung des beauftragten Sicherheitsunternehmens gestanden die beiden Hauptverdächtigen kurze Zeit später ihre Tat. Durch Medienberichte aufgerüttelt meldeten sich viele Bürger, die selber schlechte Erfahrungen mit dem Sicherheitspersonal der Hamburger S-Bahn gemacht hatten, oder Zeugen von Übergriffen geworden waren. Dieser Fall beschäftigte auch die Hamburger Bürgerschaft.

In Berlin hat das Sicherheitspersonal der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) den Auftrag, Verkäufer von Obdachlosenzeitungen aus Zügen und U-Bahnstationen fernzuhalten. Ein breites Spektrum von Vereinen über Gewerkschaften bis zu Parteien bekundete den Zeitungsverkäufern öffentlich ihre Solidarität.

Bereits im April 1998 gab es einen Übergriff durch Sicherheitspersonal der Rheinbahn auf einen „Fifty-Fifty“-Verkäufer, den das Polizeipräsidium in Düsseldorf durch eine Pressemitteilung bestätigte. Drei angetrunkene Sicherheitsangestellte (außer Dienst) gingen damals grundlos gegen den Mann vor. Der Name des Sicherheitsunternehmens: ISO-Security.

Die Behauptung vieler Verkehrsbetriebe nur mit seriösen Sicherheitsunternehmen zusammen zu arbeiten erscheint vor dem o.a. Hintergrund mehr als fragwürdig. Gerade weil Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind, muss für die Zukunft sichergestellt werden, dass sich solche Fälle nicht wiederholen können.

Thomas Brunst
Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer PolizistInnen (Hamburger Signal) e.V.

Tilman Boller
SAFERCITY


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