safer city SAV erzwingt Auflösung der "BGS Ermittlungsgruppe Graffiti" in Kassel


Flugblatt von SAV (August 1999)

 

 

 

 

SAV
erzwingt Auflösung der
"BGS Ermittlungsgruppe Graffiti"
in Kassel

(und das war garnicht so schwer !)



Zeichnung nicht Inhalt des Flugblatts

 

In Kassel versuchte der BGS - wie in vielen anderen Städten auch - die Graffiti-Szene zu kriminalisieren; Die drei legalen Flächen wurden rund um die Uhr observiert, mindestens sieben Writer wurden dort festgenommen, um ihre Personalien aufzunehmen, ihre Wohnungen zu durchsuchen (teilweise auch die der Eltern), die Graffiti-Aktion der letzten "Cassel-Jam" wurde verdeckt aus dem Auto gefilmt, einzelne Writer wurden bis in andere Städte verfolgt. Bei den Hausdurchsuchungen wurden teilweise die Zeugen ´rausgeschickt (dürfen "laut Gesetz" dabei sein), um den Beschuldigten besser schikanieren, beleidigen und nötigen zu können. Das es dem BGS nicht darum ging, "einen Fall zu lösen", sondern darum, Writer fertig zu machen, zeigt sich z.B. daran, daß die Beamten einem Kunststudenten seine Studien-Zeichenmaterialien abnahmen und einem Auftragssprüher seine Werbemappe, Graffiti-und Privatphotos (auch von Aufträgen) sowie etliche Sachen, die nichts mit Graffiti zu tun haben. Die Wohnungen der Eltern wurden teilweise auch gleich mit durchsucht.

Die SAV Kassel schrieb ein 4-seitiges Faltblatt, um über Graffiti als Jugendkultur und über die BGS-Methoden zu informieren und startete eine Unterschriftensammlung. Außerdem schrieben wir ca. 20 Presseerklärungen, für die wir uns noch eine ganze Reihe anderer Organisationen als Unterstützer holten (sind teilweise unten im Kasten). Somit wurde der BGS über mehrere Monate von den verschiedensten Organisationen in unserer (einzigen) Zeitung angegriffen. Zusätzlich organisierten wir noch ´ne "Demo"; zwischen den Reden gegen den BGS gab´s Kultur von Plattentellern und auf Leinwänden. Ca. 400 Leute (für Kassel schon echt O.K.) plus ein paar Zivil-BGS´ler kamen. Dies fand auch in manchen überregionalen Medien Beachtung. Bei einem Fernsehauftritt im Hessischen Rundfunk konnten wir dann noch "gegen"den Frankfurter BGS-Chef diskutieren - was eindeutig vollig beschissen für den BGS ausging (ich dachte, so Leute wären Rhetorisch geschult !). Dadurch, daß die SAV international organisiert ist, konnten wir auch einige ausländische Medien auf den BGS "hetzen".

Inzwischen haben wir fast die ersten 1000 Unterschriften zusammen und hatten uns schon über eine Presseaktion Gedanken gemacht, um dies öffentlich zu machen. Doch dann kam - relativ plötzlich - die Info, daß "die BGS EG-Graffiti in Kassel aufgrund der öffentlichen Angriffe" - schon- "aufgelöst ist". Wir haben es also mit wirklich geringem Aufwand geschafft, eine bundesweiten, staatlichen Polizeitruppe zu zwingen, eine Ihrer Abteilungen aufzulösen. Deswegen versuchen wir im Moment, diese Kampagne bundesweit zu verbreiten, um gegen alle Graffiti-Soko´s aktiv zu werden. Das geht allerdings nur, wenn genügend Leute mithelfen und selber in ihrer Stadt was auf die Beine stellen. Wir stellen gerade ein Infopaket über die ganze Kampagne zusammen, das wahrscheinlich ab Mitte August bei uns bestellt werden kann. Da die SAV keine fetten Konzerne im Rücken hat, sondern sich nur über Spenden finanziert (die einzige Möglichkeit, um als politische Organisation "real" zu bleiben), können wir nicht die gesamte Kampagne (Faltblätter, Porto....) finanzieren. Habt bitte deswegen Verständnis dafür, daß wir die ganzen Infos nur gegen Rückporto ´rausschicken können (Spenden sind natürlich auch immer willkommen !)

Frieden ! Boris l

There´s no Justice - there´s just us !
SAV - Sozialistische Alternative Stadtverband Kassel
Frankfurter Straße 58
34121 Kassel
Tel.: 0561/9223522
Fax: 0561/9223523

Unterstützer der Kampagne:

1. Skateboardverein Kassel "Mr. Wilson", Bundesarbeitsgemeinschaft Kritischer PolizistInnen, Asta Uni Kassel, Fachschaftsrat der Kunstuni Kassel, Jugendwerk der AWO (Fulda), Kasseler Graffiti-Archiv, Barbara Uduwerella, HipHop Hamburg e.V., Jugend gegen Rassismus in Europa, solid Hessen, Steffi Nitschke (Betriebsrätin Städtische Kliniken Kassel) ......



safer city

online seit: 6. August 1999 | Feedback